Pressemeldungen

15.02.2017
Stadtwerk, Industrie und Wohnungsbau ziehen an einem Strang

Im Friedrichshafener Norden entsteht ein Modellprojekt für ökologische Wärmeversorgung: Stadtwerk am See und MTU Friedrichshafen haben heute die Energiezentrale für das Quartier Heinrich-Heine-Straße in Betrieb genommen. Mit dabei sind auch die anderen großen Industriebetriebe ZF, MWS, Sauerstoffwerk und Zeppelin Systems sowie die Stadt Friedrichshafen. Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Abwärme, die bei der Industrieproduktion entsteht, nutzbar zu machen – diesen innovativen und ökologischen Ansatz setzen Stadtwerk am See, Industriebetriebe, Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Stadt Friedrichshafen in einer einzigartigen Partnerschaft um. Baubeginn für den ersten Abschnitt des Nahwärmenetzes war vor einem Jahr – nun werden 258 Wohnungen der SWG mit Wärme versorgt. Diese stammt aus dem Wärmenetz des benachbarten MTU-Werks von Rolls-Royce Power Systems.

„MTU startet dieses Projekt der Nahwärmeversorgung über ihr bereits bestehendes Wärmenetz, zu dem auch ein Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy gehört. In einem zweiten Schritt werden wir auch Industrieabwärme, beispielsweise von Motorenprüfständen, einspeisen“, sagt Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU. SWG-Geschäftsführer Paul Stampfer sieht das nun ökologisch versorgte Wohnquartier als Vorzeigeprojekt: „Unsere Mieter bekommen ökologische Wärme zum günstigen Komplettpreis. Und wir als SWG ersparen uns die Kosten für neue Heizungen – und die fälligen Wartungen und Reparaturen gleich mit dazu.“

Das Stadtwerk am See ist zentraler Dienstleister für beide Seiten. Es kauft die Wärme von der Industrie und liefert sie an die SWG-Wohnungen und das benachbarte Obdachlosenheim weiter. Dazu hat das Stadtwerk am See ein Nahwärmenetz aufgebaut. Die Stadtwerk-Techniker kümmern sich um dieses 1.200 Meter lange Netz und die Wärmeeinspeisung aus dem MTU-Netz. „Das Projekt ist ein Ausblick in die Energiezukunft“, betont Stadtwerk-Geschäftsführer Bürkle. „Wir verbinden in diesem städtischen Quartier die ansässige Industrie mit Wärmeverbrauchern in der Nachbarschaft. Damit sparen wir rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr ein.“ Insbesondere aufgrund dieses Öko-Vorteils haben Landesregierung und Europäische Union das Projekt mit einer Förderung ausgezeichnet.

Erster Bürgermeister Stefan Köhler lobte das „tatkräftige Netzwerk für Energieeffizienz“: „Industrie, Wohnungsbau, Stadtwerk und Stadt gemeinsam haben hier ein Vorzeigeprojekt von europäischer Dimension geschaffen.“ Das zeige, dass es Friedrichshafen ernst nehme mit dem Klimaschutz, und dass es dabei innovative, starke Partner habe. Er dankte auch den Fördergebern von Land und EU, die das Projekt unterstützen.

EFRE
Freude über einen weiteren ökologischen Baustein: (von links) Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU; Paul Stampfer, Geschäftsführer SWG; Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer STADTWERK AM SEE; Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister Stadt Friedrichshafen an der neuen Wärme-Übergabestation. Dort wird Wärme aus dem MTU-Netz in das STADTWERK AM SEE-Netz eingespeist und von dort in das SWG-Wohngebiet Heinrich-Heine-Straße transportiert.

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