Pressemeldungen

16.09.2020
Nahwärmenetz Nordstadt geht in Betrieb – europäisch gefördertes Projekt

Das Stadtwerk am See hat heute das ökologische Nahwärmenetz Friedrichshafen Nordstadt in Betrieb genommen. Die neue Energiezentrale beim Graf-Zeppelin-Gymnasium versorgt nun die Bodensee-Sporthalle mit ökologischer Wärme. Schulen und städtische Gebäude im Umkreis werden folgen. Die Partner im Projekt „Nahwärme zwischen Wohnen und Arbeiten in Friedrichshafen“ sind neben dem Stadtwerk am See die Stadt Friedrichshafen, Industriebetriebe und die Wohnungswirtschaft.

Ökologisch und effizient: Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) bildet das Kernstück der neuen Energieversorgung. Es produziert Wärme und gleichzeitig Strom und arbeitet somit besonders effizient. Die Wärme wird über ein Wärmenetz in verschiedene Gebäude verteilt und macht dort eigene Heizanlagen überflüssig. Das spart der Stadt als Eigentümerin Investitionen sowie Wartungs- und Reparaturkosten. Zusätzlich spart das Wärmenetz Nordstadt der Umwelt rund 600 Tonnen CO2. „Wir haben einen doppelten Nutzen“, erklärt Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister von Friedrichshafen: „Die Wärmeversorgung verringert unseren Aufwand. Gleichzeitig zahlt das Projekt ganz wesentlich auf unsere ökologische Strategie ein und leistet einen wertvollen Beitrag für den European Energy Award.“

Auch der Amtschef im Umweltministerium des Landes, Ministerialdirektor Helmfried Meinel, lobt das Vorhaben: „Was Stadtwerk, Stadt, Industrie und Wohnungswirtschaft hier im Schulterschluss aufbauen, ist ein wegweisendes Projekt für die Wärmeversorgung von morgen. Wir werden gespannt verfolgen, wie es sich entwickelt“, so Meinel.

Nahwärmenetz Friedrichshafen
Gaben den Startschuss für das neue Nahwärmenetz (v.l.): Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer Stadtwerk am See, Helmfried Meinel, Ministerialdirektor und Amtschef im Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg, Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister Stadt Friedrichshafen und Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei Rolls-Royce Power Systems

Das neue Nahwärmenetz ist der zweite große Meilenstein für ein Energie-Projekt von europäischer Dimension. Das Ziel: Industrie-Abwärme nutzbar machen. Die Europäische Union fördert das Pilotprojekt mit Geld aus dem Fonds für regionale Entwicklung.

Der erste Schritt ist bereits seit 2016 gemacht: Abwärme von Rolls-Royce Power Systems versorgt das Wohnquartier Heinrich-Heine-Straße in Friedrichshafen mit seinen rund 300 Wohnungen. „Hier liefern wir rund 3.400 Megawattstunden Wärme pro Jahr“, erklärt Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer des Stadtwerk am See. „So erreichen wir schon allein in diesem Gebiet pro Jahr eine CO2-Ersparnis von 550 Tonnen.“

Nun folgt also der zweite Projekt-Abschnitt, bei dem das erste Teilstück jetzt in Betrieb ging. 1,2 Kilometer wird das Nahwärmenetz lang sein, wenn auch Graf-Zeppelin-Gymnasium, Pestalozzischule und Musikschule, Max-Grünbeck-Haus und das Karl-Maybach-Gymnasium versorgt werden. Dass die Energiezentrale unmittelbar neben dem Gymnasium steht, sei dabei übrigens ein Glücksfall, betont Bürkle. „Wir nutzen die Nähe, um Schülerinnen und Schülern diese besonders effiziente Energieversorgung nahezubringen – und mit ihnen über die Energie der Zukunft ins Gespräch zu kommen.“

Der nächste Schritt wäre eine Anbindung weiterer Industriebetriebe an das Nahwärmenetz Nordstadt. Erste Voraussetzungen dafür hat das Stadtwerk bereits geschaffen. Auch für die Industrie wäre das Projekt ein Zugewinn: „Wenn bisher überschüssige Abwärme nun genutzt werden kann, wie das im Quartier Heinrich-Heine-Straße der Fall ist, dann ist das ein Gewinn für alle – und ganz besonders für die Umwelt“, wirbt Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei Rolls-Royce Power Systems, für das Projekt. Rolls-Royce Power Systems ist als Wärmelieferant im Gebiet Heinrich-Heine-Straße von Anfang an im Projekt eingebunden. „Wir haben hier sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Nahwärmenetz und Energiezentrale sind großzügig dimensioniert – mit Absicht, wie Bürkle betont: „Auch Unternehmen und private Hausbesitzer entlang unseres Netzes können sich an das Netz anschließen lassen.“ Das steigere die Effizienz noch zusätzlich – und bringe den Firmen und Privatpersonen die gleichen Vorteile wie derzeit der Stadt Friedrichshafen.

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